Plattdeutsch neues Schulfach an der Gemeinschaftsschule

Die Schule am Schiffsthal ist eine von landesweit sieben Pilotschulen und die einzige Gemeinschaftsschule im Kreis Plön, an der Kinder Plattdeutsch lernen. 40 Mädchen und Jungen der 5. und 6. Klassen üben seit Schuljahresbeginn eine Stunde pro Woche mit Lehrer Bernd Thode. In einem vom SchleswigHolsteinischen Heimatbund initiierten Vorlesewettbewerb auf Niederdeutsch gab es gestern erstmals Gelegenheit, das Erprobte vorzustellen.

„Man begrüßt sich immer nur mit Moin, Moin“, erzählt Marie Witt (11, 5a) aus Dersau. Ihre Großtante habe sehr viel op Platt gesprochen, die Eltern können es ein bisschen. Im Wettbewerb schaffte es Marie auf den 2. Platz. Maya Klose (12, 5c) aus Plön, die mit ihrer Uroma viel Platt snackt, gewann den Endausscheid unter fünf Schülern, davon drei Fünftklässler. Drei dritte Plätze gingen an Anne Tiedemann (5. Klasse), Kaya Spantig und Fee Wehrend (beide 6. Klasse). Für alle gab es Urkunden und Büchergutscheine. Zu Beginn waren sieben Schüler der 5. Klassen und fünf Sechstklässler an den Start gegangen. Marie und Maya hatten sich aus ihrem Lehrbuch „Schölers leest Platt“ die Geschichte „Man blots een droom“ ausgesucht und jeweils fünf Minuten gelesen.

Zusätzlich war ein vorher unbekannter Übungstext mit dem Titel „Grillen“ zu bewältigen. „Das haben sie ganz flüssig hinbekommen“, lobte Thode. Die Jury bestand aus Altbürgermeister Ulf Demmin, dem Vorsitzenden von Fortuna Bösdorf, HansWerner Dose, und Heike Holm, Lehrerin an der Schule.

Maya Klose (links) gewann gestern den Niederdeutsch-Vorlesewettbewerb an der Gemeinschafts- schule Plön. Marie Witt kam auf den 2. Platz. Beide Fünftklässler lernen seit Schuljahresbeginn Plattdeutsch bei Lehrer Sven Thode.

Der Unterricht sei halb freiwillig, erzählt Plattdeutschbeauftragter Bernd Thode, Lehrer für Deutsch, Geschichte und Religion. Teilnehmen dürften die Schüler, die keinen Förderunterricht in Deutsch, Mathe oder Englisch benötigen. Modellschule zu sein bedeute, vom Ministerium zwei Schulstunden extra zur Verfügung zu haben. Ab nächstem Schuljahr bekomme man vier Stunden extra für den Plattdeutschunterricht. „Ich bin auf dem Dorf groß geworden, in Wahlstorf aufgewachsen. Mit den Leuten dort musste man Plattdeutsch reden“, schildert der 43-Jährige, wie er dazu kam. Die Schüler verfielen wegen der Ähnlichkeit gern ins Englische, hat er festgestellt. Sie sollten erst einmal ein Gefühl für die Sprache bekommen. Am Ende gebe es eine verbale Beurteilung, benotet wird nicht. Orly Röhlk

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