Mehr als 40 Arbeitgeber auf einem Fleck

Großer Andrang bei der siebten Berufsmesse in Plön – Jugendliche schätzen Austausch im persönlichen Gespräch

VON ANNE GOTHSCH

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PLÖN. Zu einer Berufs- und Ausbildungsplatzmesse mit 40 Ausstellern hatte die Gemeinschaftsschule am Schiffsthal in Plön gemeinsam mit dem Gymnasium Schloss Plön am Wochenende eingeladen und konnte sich über Besuchermangel nicht beklagen.

Welche Voraussetzungen nötig sind, um am Kieler Institut für Gymnastik und Tanz eine Ausbildung zur Gymnastiklehrerin zu beginnen, erfuhren die Schülerinnen von der Institutsleiterin Christiane Biallowons-Quest

In so manchen Räumen herrschte dichtes Gedränge, sodass Jugendliche vor einigen Klassenzimmern sogar Schlangen standen, um sich bei Unternehmen und Institutionen über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Traditionell herrschte bei der Bundeswehr sowie bei der Landespolizei großer Andrang, aber auch kleine und mittelständische Unternehmen waren gefragt. So ließen sich etwa Firass Aal Mohammad und Said Ali am Stand der Firma Buchholz Hydraulik aus Schwentinental sehr ausführlich über die beruflichen Möglichkeiten beraten und fanden es sehr gut, dass sie von den Auszubildenden Jendrik Vieg und Maik Tessensohn Informationen über den Ausbildungsalltag aus erster Hand bekamen.

Es werden auch Workshops angeboten, um Hemmungen bei Vorstellungsgesprächen abzubauen.

„Das scheint dort sehr interessant und vor allem sehr abwechslungsreich zu sein“, meinte Firass Aal Mohammad im Anschluss. „Das gefällt mir sehr gut, denn ich würde es hassen, jeden Tag das Gleiche zu tun“, so der 13-Jährige. Ebenso wie sein gleichaltriger Freund Ali kann er sich sehr gut vorstellen, dort in der Hydraulik-Firma zunächst ein Praktikum zu machen.

Andreas Bock, Betriebsleiter bei Buchholz Hydraulik, zeigte sich von den Besuchern insgesamt sehr angetan. „Die sind alle relativ gut vorbereitet und tatsächlich sehr interessiert, das merkt man an ihren konkreten Fragen. Viele Anfragen gibt es auch für Praktika, und das kommt uns sehr entgegen, denn für uns ist es vor allem wichtig, ob der Mensch vom Typ her zu uns passt, ob er neugierig ist und gut im Team arbeiten kann. Das ist für unser Familienunternehmen in vierter Generation nach wie vor ganz wichtig, auch wenn wir mittlerweile schon 430 Mitarbeiter haben. Zensuren sind da oft zweitrangig“, meinte der Betriebsleiter. Jedes Jahr würden acht Jugendliche in den Bereichen Zerspanungs- und Industriemechaniker ausgebildet. „Und wir bilden die Leute mit dem festen Ziel aus, sie auch zu übernehmen“, so Andreas Bock.

Gut besucht waren auch die Stände der Handwerkskammer, der VR Bank, von Thyssen Krupp Marine Systems, der Technischen Hochschule Lübeck oder der Deutschlandzentrale von AIFS, dem American Institute For Foreign Study, deren Vertreter über Auslands- Projekte wie Au Pair, Work and Travel, Auslandssemester und -praktika, Sprachreisen und andere Möglichkeiten informierten.

„Die Schüler wissen inzwischen den riesigen Vorteil dieser Berufsmesse zu schätzen, weil sie so viele verschiedene Arbeitgeber auf einen Fleck haben und konkrete Informationen im persönlichen Gespräch bekommen“, sagte Stefan Kuberski, Lehrer für das Fach Wirtschaft und Politik (WiPo) und Koordinator für die Berufsorientierung an der Gemeinschaftsschule, der die Messe gemeinsam mit Melanie Krüger vom Gymnasium Schloss Plön zum siebenten Mal organisiert hat. „2013 haben wir mit 23 Ausstellern angefan- gen, jetzt sind es bereits 40 Firmen und Institutionen. Zudem werden Workshops angeboten, etwa Bewerbungstraining und Mental-Coaching, um bei- spielsweise Prüfungsängste oder Hemmungen bei Vorstellungsgesprächen oder Vorträ- gen vor Publikum abzubauen.“

Bei Celvin Lühr (links) und Alexander van Deest von der Plöner Heizungs- und Sanitärfirma Volquardts informierten sich die Schüler über Details der Ausbildung.

Dass sich die Messe als Orientierungsmöglichkeit für die berufliche Entwicklung inzwischen bewährt habe, machte Stefan Kuberski auch daran fest, dass die dort geknüpften Kontakte bereits etliche Schüler bis zur Ausbildung begleitet hätten und mittlerweile sogar ehemalige Schüler heute dem Nachwuchs Rede und Antwort stünden.

„Das freut einen als Lehrer natürlich ganz besonders, wenn man sieht, wie gut sich die einstigen Schüler entwickelt haben und selbstbewusst ihren Weg gehen“, meinte der WiPo-Lehrer und nannte als Beispiel Anna-Sophie Hirsch, die nach dem Abschluss der Gemeinschaftsschule im Berufsbildungszentrum ihr Abitur abgelegt und inzwischen eine Ausbildung beim Kreis Plön begonnen habe. „Heute kann ich den Schülern aus eigener Erfahrung erzählen, dass die Arbeit in einer Verwaltung ganz und gar nicht langweilig ist“, sagte die 20-Jährige.

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