Ein Wiedersehen mit dem Drecksee

Müllsammelaktion von Plöner Zehntklässern in Kanus war an unzugänglichen Uferbereichen recht ergiebig.

KN, 07.10.2017, von DIRK SCHNEIDER.

PLÖN. Ein Bobbycar mit Elek- tromotor, ein Fender-Gitarren- koffer ohne Instrument, ein Campingstuhl, ein Leitpfosten und drei Autoreifen – das wa- ren die auffälligsten und größ- ten Fundstücke, die 19 Zehnt- klässler der Gemeinschafts- schule am Schiffsthal (GSaS) gestern nach einer Kanutour im Plöner Bootshafen anlande- ten. In einer gemeinsamen Aktion mit der Jugendgruppe des Wassersportvereins Plön Fegetasche (WPF) sammelten die Jugendlichen rund zwei Kubikmeter Müll aus unzu- gänglichen Uferbereichen in den Plöner Seen.

2 Kubikmeter Müll haben die Jugendlichen aus den Uferbereichen gefischt.

Initiiert wurde der etwas andere Herbstputz von 10c-Klassenlehrer und WPF-Jugendwart Manfred Rose und seinem GSaS-Kollegen Frank Delfs. Die Schüler starteten morgens in fünf Kanus an der Badestelle am Trammer See.

Während Frank Delfs mit seiner kleinen Flotte zunächst dessen Randbereiche, den Trentsee und den Schwanensee sowie den Stadtsee abpaddelte, startete das zehnsitzige Flaggschiff mit Manfred Rose als Lotsen Richtung Mühlensee und Prinzeninsel durch, um die dortigen Flachwasserzonen nach Treibgut abzusuchen. Und beide Teams wurden fündig.

Vor allem der von der Schwentine durchflossene Schwanensee, der früher wegen seiner Lage unterhalb der Gerberei auch Drecksee hieß, machte seinem ehemaligen Namen alle Ehre. „Wir haben hier in den Schilfgürteln jede Menge Plastikflaschen und Verpackungsmüll gefunden“, berichten Luca und Mikka, die mit einem kleinen wendigen Zweier die schwer zugänglichen Bereiche wie den flachen und engen Stadtgraben kontrollieren. Aber auch Badelatschen und Angelsehnen einschließlich Gummifischköder und Widerhaken finden die maritimen Müllsammler im Gebüsch am Ufer.

„Plastikschnüre mit Angelhaken stellen vor allem für Wasservögel eine große Gefahr dar“, erklärt Frank Delfs. Aber auch seine Schüler ermahnt er, diese nur mit großer Vorsicht anzufassen. Im Rahmen einer Sicherheitsbelehrung hatte Manfred Rose zuvor schon die Devise ausgegeben, nur Dinge einzusammeln, die man eindeutig als ungefährlich identifizieren könne. Hintergrund dieser Warnung ist die Tatsache, dass in den Seen beispielsweise immer wieder auch Waffen und Munition auftauchen würden. „In so einem Fall markieren wir die Fundstelle per GPS und melden sie der Polizei.“ Glücklicherweise trat dieser Notfall nicht ein. Sämtliche Fundstücke konnten problemlos an den Plöner Bauhof zur Entsorgung abgegeben werden. Großes Lob ernteten die Schüler von Plöns Umweltbeauftragtem Achim Kuhnt für ihr vorbildliches Engagement.

Steuermann Luka hält das Kanu im Plöner Stadt- graben in Position, während Mikko mit dem Greif- arm Plastik- flaschen aus dem Wasser fischt.
FOTO: DIS

Verwandte Beiträge