Höhenflüge beim Schulspektakel

Plön (los). Bastelaktionen, Quiz und Dosenwurf: Mit einem vielteiligen Programm feierten die Plöner Gemeinschaftsschüler am Freitag ihr Schiffsthal-Schulspektakel. Ideenreiche Aktionen der Klassen und allerlei Ausgeklügeltes aus Unterricht und AGs luden Schüler wie Besucher zum Mitmachen, Schauen und Staunen ein. Ein bisschen Nervenkitzel gab der Veranstaltung den besonderen Pfiff: Hoch hinaus ging es beim Baumklettern unter der Regie von Sportlehrer Jörn Hinrichsen. Das Kletterangebot ist seit vier Jahren fester Programmpunkt des Schiffsthal-Schulspektakels und hat offensichtlich nichts von seinem Reiz verloren. So erwies sich die Station an der Föhre beim Haupteingang als beliebter Anziehungspunkt, der insbesondere Kletterunerfahrene herausforderte, während die Kletter AG die Sicherung übernahm. Rund 50 Interessierte nutzten den Nachmittag, um sich einen Eindruck von dem besonderen Sport zu verschaffen.

Beim Dosenwerfen bewiesen die Teilnehmer ihre Treffsicherheit.

„Es ist dieses Zusammenspiel, was ich am Klettern so schätze“, verdeutlicht Jörn Hinrichsen mit Blick auf die Verantwortung, die dem „bodenständigen“ Sicherungsteam dabei zukommt. Darüber hinaus spricht diese Form der Bewegung die motorischen Fähigkeiten an. Das Gleichgewichtsgefühl sei dabei das Wichtigste, gefolgt von der angewendeten Technik, um nach oben zu kommen. „Man sagt, die Höhe komme aus den Beinen“, erklärt Hinrichsen das Prinzip des Beine Einsetzens, um den Körper nach oben zu stemmen, während die Hände lediglich nach neuen Haltemöglichkeiten tasten. „Anfänger ziehen sich meistens mit Hilfe von Armen und Händen hoch.“

Der Erfolg des Kletterns sei jedoch auch eine psychologische Frage. Die zunehmende Höhe erweise sich oft als hemmender Faktor. So gilt es, die natürliche „Tiefenangst“ zu überwinden. Dies sei ein Lernprozess, für den jeder unterschiedlich viel Zeit benötigt. „Ich hatte eine Schülerin, die ein Jahr lang nicht über die drei Meter Linie kletterte“, berichtet Jörn Hinrichsen aus dem Sportunterricht, für den die Schule seit einigen Jahren die Kletterwand in der Schiffsthal-Sporthalle nutzt. „Irgendwann hatte sie sich überwunden und es bis an die Hallendecke geschafft.“ Vor allem das regelmäßige Training helfe dabei. Und auch das Vertrauen in die jeweiligen Mitschüler, die zur Sicherung eingeteilt sind, müsse „zu 100 Prozent vorhanden sein“, betont Jörn Hinrichsen. „Da bin ich auch streng – wenn da jemand Scheiß’ macht, fliegt er raus“. Anlass dazu habe es aber bisher nur ein einziges Mal gegeben. Die Teilnehmer nehmen ihre Verantwortung ernst.

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